Sonntag, 10. Januar 2010

Die Romanowsker Leinenmanufaktur

"Aufrichtige gegenseitige Zuneigung führte mich Jok: Georg Clahsen mit meiner Frau Dorothea geborene Bröcher zusammen, und am 4. September 1797 wurde das unauflösliche Band der Ehe zwischen uns geschlossen. Ich war geboren am 14. November 1776 zu Borbye im Herzogtum Schleswig, und meine Frau hier in Archangel 9. Oktober 1774. So führt die Vorsehung Menschen aus ihren entferntesten Ländern zusammen um sie durch Bande des Bluts und der Liebe zu verbinden, um so endlich aus allen Menschen eine große Familie zu bilden. ----"


Dies schrieb vermutlich der Großvater des Gründers der Leinenfabrik in Romanow, am linken Wolgaufer. Das Schriftstück wurde in einer Bibel des Gründers der Firma gefunden.

Der Sohn hieß ebenfalls Georg, doch änderte sich die Schreibweise in Classen (1808-1877). Er gründete die Leinenmanufaktur im Jahre 1864. Sein Sohn führte das Familienunternehmen fort, wieder ein Georg Classen (1842-1910).

Anfang des 20. Jahrhunderts war das Sortiment, welches in der Fabrik hergestellt wurde sehr reichhaltig: Webwaren, Garne Zwirn, Leinwand von grob bis sehr fein für Damenbekleidung, Segelleinwand, Zelttuch, Sackware und noch vieles andere. Die Leinenware war sehr bekannt. Bei internationalen und russischen Messen wurde die Firma des öfteren ausgezeichnet.
Georg Classen bekam aufgrund seiner guten Ware den Titel des Manufakturrates verliehen.

Heute arbeitn noch 200 Menschen in der Fabrik "Tulma". Es werden jetzt technische Leinenstoffe für das produktive Gewerbe und für die Landwirtschaft hergestellt. Das Rohmaterial wird nicht mehr vor Ort angebaut, es wird aus anderen Regionen Russlands bezogen.


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